Badsanierung im Altbau: Holzbalkendecke, Dachschräge und alte Leitungen
Gründerzeithäuser in Wuppertal, Fachwerk in Hattingen und Sprockhövel, Zechenhäuser in Bochum und Witten: Altbauten haben Charakter – und im Bad ein paar Eigenheiten, die man kennen muss. Wir erklären, worauf wir beim Aufmaß achten und welche Lösungen sich bewährt haben.
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Altbau ist nicht gleich Altbau
In unserem Einzugsgebiet treffen wir auf sehr unterschiedliche alte Gebäude: Gründerzeithäuser mit hohen Decken und Stuck in Wuppertal-Elberfeld und am Ölberg, Fachwerkhäuser in der Hattinger Altstadt und den Ortskernen von Sprockhövel, Zechen- und Werkssiedlungen in Bochum, Witten und Gelsenkirchen, Siedlungshäuser der 1950er-Jahre überall im Ruhrgebiet. Gemeinsam ist ihnen, dass das Bad meist nachträglich eingebaut wurde – in einen Nebenraum, unter die Dachschräge oder in den Anbau. Was das für die Sanierung bedeutet, hängt von vier Dingen ab: Decke, Leitungen, Feuchtigkeit und Grundriss.
Die Holzbalkendecke
Bis in die 1950er-Jahre wurden Geschossdecken fast immer aus Holzbalken gebaut. Für das Bad heißt das: Die Decke bewegt sich leicht, trägt weniger als Beton und bietet wenig Aufbauhöhe.
Abdichtung, die mitgeht
Wir dichten Boden und Nassbereich mit einer flexiblen Verbundabdichtung nach DIN 18534 ab, mit Dichtbändern in allen Ecken und Dichtmanschetten an jeder Rohrdurchführung. Sie nimmt die Bewegung der Holzdecke auf, ohne zu reißen. Starre Aufbauten oder eine Verfliesung direkt auf Dielen sind der häufigste Grund für Wasserschäden, die wir in Altbauten vorfinden.
Bodengleich duschen ohne tiefe Decke
Ein klassischer Bodenablauf braucht rund zehn Zentimeter Aufbau. Auf Holzbalkendecken arbeiten wir stattdessen mit einem Wandablauf, der in die Vorwand ausweicht, mit einer extraflachen Duschwanne von zwei bis drei Zentimetern oder mit einem Duschelement, das in den Trockenestrich eingebettet wird. Optisch und in der Nutzung ist der Unterschied zur „echten“ bodengleichen Dusche gering.
Leicht bauen
Trockenestrich statt Zementestrich, Vorwände in Trockenbau statt gemauert, Feinsteinzeug in geringer Stärke statt Naturstein: So bleibt das neue Bad leicht. Eine freistehende Wanne aus Guss oder Mineralguss mit 200 Litern Wasser prüfen wir vorher statisch.
Alte Leitungen
Verzinkte Stahlleitungen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren sind innen verengt und korrodiert; sie liefern wenig Druck und trüben das Wasser. Bleileitungen sind seit Jahren unzulässig. Abwasserleitungen aus Guss sind oft undicht an den Muffen. Bei einer Komplettsanierung erneuern wir alle Leitungen im Bad und schließen an den Steigstrang oder die Wohnungsverteilung an. In Etagenwohnungen stimmen wir Wasserabstellungen mit der Hausverwaltung ab und informieren die Nachbarn. Ob eine Teilbadsanierung mit den alten Leitungen verantwortbar ist, entscheiden wir ehrlich nach dem Aufmaß – meistens ist sie es bei Stahlleitungen nicht.
Feuchtigkeit und Schimmel
Innenliegende Bäder ohne Fenster, Außenwände ohne Dämmung und alte Abdichtungen führen in vielen Altbauten zu Feuchteschäden. Vor der Sanierung suchen wir die Ursache: aufsteigende Feuchtigkeit im Erdgeschoss, eine Wärmebrücke an der Außenecke, ein undichter Duschbereich. Befallener Putz und Trockenbau kommen raus, der Untergrund wird getrocknet, dann folgt die neue Abdichtung. In jedes fensterlose Altbaubad gehört ein Lüfter mit Feuchtesteuerung und Nachlauf; bei Außenwänden hilft eine Innendämmung im Bereich der Dusche.
Bad unter der Dachschräge
Dachgeschossbäder haben Charme, aber wenig Stehhöhe. Unsere Faustregeln:
- Dusche unter den höchsten Punkt – dort, wo Sie aufrecht stehen. Eine Trennwand aus Echtglas nach Maß folgt der Schräge.
- Wanne oder Waschtisch unter die Schräge – beides wird sitzend oder gebückt genutzt; die Stehhöhe davor sollte mindestens 2 m betragen.
- WC mit Stehhöhe – vor dem WC brauchen Sie freie Höhe zum Aufstehen.
- Stauraum in den Kniestock – Schubladen und Schränke unter der Schräge nutzen die Fläche, die sonst verloren wäre.
- Dachfenster über der Wanne oder Dusche – bringt Licht und Lüftung; Elektro und Spritzwasserschutz planen wir mit.
Wie das aussieht, zeigt unsere Referenz Bad mit Dachschräge in Terrakotta und Messing.
Fachwerk und alte Ortskerne
In Fachwerkhäusern in Hattingen, Sprockhövel und Wetter arbeiten wir mit besonders leichten, diffusionsoffenen Aufbauten und halten Abstand zu den Holzständern der Außenwände. Enge Treppen und Zufahrten planen wir beim Materialtransport ein – Großformate und Glaswände messen wir so, dass sie durch das Haus kommen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden stimmen wir Eingriffe an Fenstern oder tragenden Wänden mit der Denkmalbehörde ab.
Elektro nach heutigem Standard
Alte Bäder haben oft nur eine Steckdose und keinen FI-Schutzschalter. Bei der Sanierung verlegen wir neue Leitungen, setzen einen FI-Schutzschalter und halten die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 ein: keine Steckdosen im Spritzbereich der Dusche, Leuchten mit passender Schutzart, Anschlüsse für Spiegel, Lüfter, Dusch-WC und Fußbodenheizung dort, wo sie gebraucht werden.
Was das kostet – und wie lange es dauert
Für Bäder, die zuletzt vor 1995 saniert wurden, enthält unser Angebot eine Altbau-Pauschale von 1.000 € für die genannten Mehraufwände; ansonsten gelten die Festpreis-Pakete. Kommen beim Abbruch Schäden zum Vorschein, die niemand sehen konnte, zeigen wir sie Ihnen und nennen den Preis, bevor wir weiterarbeiten. Die Bauzeit verlängert sich im Altbau meist um zwei bis vier Tage – für Trocknung, Ausgleich und Leitungsarbeiten. Einen ersten Richtwert liefert der Badkonfigurator; Beispiele aus Wuppertaler Altbauwohnungen finden Sie auf unserer Seite Badsanierung in Wuppertal.
Häufige Fragen
Ist eine bodengleiche Dusche auf einer Holzbalkendecke möglich?
Oft ja, aber anders als auf Beton. Ein tiefer Bodenablauf braucht Aufbauhöhe, die auf Holzbalkendecken fehlt. Wir arbeiten dann mit einem Wandablauf, mit einer extraflachen Duschwanne von zwei bis drei Zentimetern oder mit einem Duschelement, das in den Trockenestrich eingebettet wird. Entscheidend ist die Verbundabdichtung, die Bewegungen der Holzdecke aufnimmt.
Müssen die alten Wasserleitungen raus?
Bei einer Komplettsanierung ja. Verzinkte Stahlleitungen sind nach 40 bis 60 Jahren innen verengt und korrodiert, Bleileitungen sind ohnehin nicht zulässig. Wir erneuern die Leitungen bis zum Steigstrang oder bis zur Wohnungsverteilung; bei Etagenwohnungen stimmen wir Wasserabstellungen mit der Hausverwaltung ab.
Wie schwer darf ein neues Bad auf einer Holzbalkendecke sein?
Das prüfen wir beim Aufmaß anhand von Balkenlage, Spannweite und Zustand. In der Regel setzen wir auf leichte Aufbauten: Trockenestrich statt Zementestrich, Vorwandinstallation in Trockenbau statt gemauerter Wände, großformatige Feinsteinzeugfliesen in geringer Stärke statt Naturstein. Eine freistehende gusseiserne Wanne gehört auf einer alten Holzdecke nicht ohne statische Prüfung ins Bad.
Was tun bei Schimmel im Altbaubad?
Zuerst die Ursache finden: undichte Abdichtung, fehlende Lüftung, Wärmebrücke an der Außenwand oder aufsteigende Feuchtigkeit. Bei der Sanierung entfernen wir befallenen Putz und Trockenbau, trocknen den Untergrund, dichten neu ab und planen einen Lüfter mit Feuchtesteuerung ein. Ein Anstrich über dem Schimmel löst das Problem nie.
Was kostet eine Badsanierung im Altbau mehr?
Für Bäder, die zuletzt vor 1995 saniert wurden, kalkulieren wir eine Altbau-Pauschale von 1.000 € ein – für alte Leitungen, Unebenheiten, zusätzliche Abdichtung und Elektro nach heutigem Standard. Kommen beim Abbruch Schäden zum Vorschein, die niemand sehen konnte, besprechen wir sie mit Ihnen, bevor wir weiterarbeiten. Ansonsten gelten unsere Festpreis-Pakete.
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